Im Herbst 1978 wurde der Kampf gegen den Schah zur Volksbewegung. 30 Jahre danach wissen die jungen Iraner den Sturz des Tyrannen nicht mehr zu schätzen.Ahmad Moqadassi blickt durch das Schaufenster seiner Apotheke hinaus auf den Märtyrerplatz. »Angst«, sagt er, »bedeutete damals nichts.« Ein Satz, der vielleicht zu groß klänge, würde er nicht von einem Apotheker gesprochen, zwischen Prothesenkleber, Kinderpuder und Kniebinden. Moqadassi ist 61, sein Haar ist weiß, die Lesebrille baumelt an einer Kordel. Da draußen vor seiner Apotheke ist die persische Monarchie zugrunde gegangen, an einem Septembermorgen vor 30 Jahren. Ein paar Tage zuvor hatten die Demonstranten Blumen auf die Gewehrläufe der Soldaten gesteckt, es waren Millionen auf der Straße, und die Soldaten hatten gelacht. An diesem Morgen war alles anders. Der Schah hatte Kriegsrecht verhängt, die Leute wussten es nicht, oder es war ihnen gleichgültig. Sie waren noch nicht viele am frühen Morgen, als die Soldaten aus den Nebenstraßen anrückten. Wenig später lagen 200 Tote auf dem Platz.
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